Heizkosten sparen ohne Komfortverlust

Die Heizkosten steigen – und viele Haushalte suchen nach einfachen Möglichkeiten, Energie zu sparen, ohne auf Wohnkomfort zu verzichten. Dabei liegt eine der effektivsten Stellschrauben direkt an der Wand: das Heizkörperthermostat. Doch obwohl es täglich genutzt wird, wissen viele nicht, wie man ein Thermostat richtig einstellt – und verschwenden dadurch unnötig Energie.
Wer die Zahlen auf dem Heizkörperthermostat falsch interpretiert, heizt oft ineffizient – das kostet Geld und belastet die Umwelt. Dabei lässt sich mit etwas Wissen viel bewirken.
In diesem Beitrag erfährst Du, wie Thermostate funktionieren, wie man sie richtig einstellt, was die Zahlen und Symbole bedeuten und wie Du typische Fehler vermeidest, um spürbar Heizkosten zu sparen.

Wie funktioniert ein Heizkörperthermostat?

Ein Heizkörperthermostat einstellen bedeutet nicht einfach nur „mehr oder weniger aufdrehen“. Hinter dem Drehregler steckt ein selbstregulierendes System, das automatisch arbeitet. Die Stufen am Thermostat geben keine Heizgeschwindigkeit an, sondern definieren eine Zieltemperatur. Das Thermostat öffnet oder schließt das Ventil je nach Raumtemperatur – völlig automatisch.
Beispiel: Stellst Du das Thermostat auf Stufe 3, heizt der Heizkörper, bis ca. 20 °C erreicht sind – dann stoppt das System. Es bringt nichts, den Regler auf 5 zu stellen, denn: Der Raum wird dadurch nicht schneller warm – sondern einfach nur länger beheizt.

Bedeutung der Zahlen am Thermostat

Viele stellen ihre Thermostate „nach Gefühl“ ein, ohne zu wissen, was die Zahlen wirklich bedeuten. Hier eine Übersicht der gängigen Temperaturzuordnungen:

Stufe Temperatur (ca.)

  1. 12–14 °C
  2. 16–17 °C
  3. 20 °C
  4. 22–24 °C
  5. 26–28 °C

Zwischen den Zahlen findest Du kleine Striche zur Feineinstellung – jeder davon entspricht etwa 1 °C Temperaturunterschied.

Symbole auf dem Thermostat – das bedeuten sie:

  • Stern = Frostschutz (~5 °C): Heizung läuft nur, um Einfrieren zu verhindern
  • Mond = Nachtabsenkung (~14 °C)
  • Sonne = Komforttemperatur (~20 °C)

Wichtig: Die tatsächliche Raumtemperatur kann leicht abweichen – je nachdem, wo das Thermostat sitzt und wie der Raum beschaffen ist (z. B. Dämmung, Möbelposition, Luftzirkulation).

Häufiger Fehler: „Stufe 5 heizt schneller“ – ein Irrglaube

Viele denken: Wenn es kalt ist, hilft Stufe 5, um den Raum schneller zu erwärmen. Falsch! Das Thermostat öffnet das Ventil immer gleich weit – nur die gewünschte Zieltemperatur verändert sich.
Vergleich: Stufe 5 ist kein Turbo-Knopf, sondern ein Zielwert.
Beispiel: Du willst von 16 °C auf 20 °C? Das geht mit Stufe 3 genauso schnell wie mit Stufe 5 – aber Stufe 5 heizt weiter bis 28 °C, wenn Du sie nicht zurückdrehst.

Welche Temperatur für welches Zimmer?

Nicht jeder Raum braucht die gleiche Wärme. Mit der richtigen Einstellung lässt sich gezielt sparen:

  • Schlafzimmer: 16–17 °C → Stufe 2,5
  • Wohnzimmer: 20–21 °C → Stufe 3
  • Badezimmer: 22–24 °C → Stufe 3,5–4
  • Küche: 18 °C → Stufe 2,5

Tipp: Wer nachts im Schlafzimmer Stufe 2,5 statt 3 wählt, schläft angenehmer – und spart pro Grad etwa 5 % Heizkosten!

Programmierbare Thermostate richtig einstellen

Moderne Thermostate denken mit – und helfen Dir, automatisch Energie zu sparen. Sie senken z. B. die Temperatur nachts oder bei Abwesenheit und erhöhen sie wieder rechtzeitig zum Aufstehen oder Heimkommen.
Mit programmierbaren oder smarten Thermostaten kannst Du die Temperatur zeitgesteuert regulieren oder sogar per App anpassen. Besonders praktisch: Wer sie richtig einstellt, spart Heizkosten, ohne überhaupt daran denken zu müssen.

Heizkosten sparen durch richtige Einstellung – so viel ist möglich

Die Faustregel lautet: 1 °C weniger Raumtemperatur spart 2-3% Heizkosten.
Ein Beispiel: Bei 1.500 € jährlichen Heizkosten bringt schon eine Reduzierung um 1 °C rund 45€ Ersparnis – ohne Komfortverlust.

Zusätzliche Tipps:

  • Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen verdecken
  • Nachtabsenkung aktivieren
  • Räume bei längerer Abwesenheit nur minimal beheizen
  • Thermostatventil begrenzen oder mit Sparclips sichern

Fazit: Thermostat einstellen lohnt sich – für Dich und die Umwelt

In diesem Beitrag hast Du erfahren:

  • Wie ein Heizkörperthermostat funktioniert
  • Was die Zahlen und Symbole bedeuten
  • Warum Stufe 5 nicht schneller heizt
  • Welche Temperatur für welchen Raum ideal ist
  • Wie smarte Thermostate helfen können
  • Wie Du mit der richtigen Einstellung bares Geld sparst

Gerade in Zeiten steigender Energiepreise ist es wichtiger denn je, die Heizung bewusst zu nutzen. Schon kleine Anpassungen bringen spürbare Einsparungen – ganz ohne Komfortverlust.

Tipp: Schau Dir Deine Thermostate gleich mal an – vielleicht lohnt sich schon eine kleine Drehung oder der Umstieg auf ein programmierbares Modell.
Mit smarter Einstellung sparst Du Geld, schonst die Umwelt – und bleibst trotzdem gemütlich warm.

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